Dressed in steel

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Kalotta Restaurierung – offen

Tja aufgrund falscher Lagerung ist mir leider meine brünierte Kalotta samt Lederteilen und Polsterung verschimmelt.

Aber dadurch hatte ich auch einen Grund den Helm umzugestalten. Die gesamte Rüstung meines Charakters entwickelt sich in Richtung der Komposit-Rüstungen des 14. Jhdt.

Also wollte ich der Kalotta mit einem Ketten-Aventail eine neue Richtung geben.

 

Reinigen

Als erstes musste erstmal alles demontiert und der ganze Rost, Schmutz und die alte Brünierung mussten runter.

Bei der Demontage habe ich die Nietköpfe mit der Flex bis auf unter 1mm runter geschliefen und danach den Nietstift mit einem Durchtreiber durch geschlagen. Dabei ist dann der nicht weggeschliffene Rest des Kopfes durchgerissen.

Beim Reinigen habe ich es mir Innen einfach gemacht und ein grobes Schleifvlies verwendet.

Aussen habe ich 80, 120, 240 Schleifpapier und zum Schluss ein feines Schleifvließ verwendet.

 

Aventail Augen

Die Aventail Augen bestehen aus einem 5mmx20mm Stahlrund und einem 16mm langen Stück Stahlrohr Aussendurchmesser 8mm mit einer Wandstärke von 1mm.

Also alle Teile zurecht gesägt, versäubert und hart verlötet. Ich habe die Teile gelötet da ich nur ein Elektroden Schweißgerät hatte und dieses immer durchgebrandt ist.

img_20160728_220157_edit

 

Aventail Endkappen

Die Endkappen habe ich aus einem 10mm Rundstahl gefeilt. Um etwas Zeit zu sparen habe ich mich mit der Pfeile nur an die Form rangepirscht und den Rest in der Ständerbohrmaschine gemacht.

Endkappen pfeilen

Endkappen pfeilen

 

Hier noch ein Zwischenstand auf der Bohrmaschine. Nach dem die Form gepasst hat habe ich auch in der Bohrmaschine alles mit Schleifpapier versäubert.

Endkappe_Bohrfutter

Endkappe_Bohrfutter

Und hier die fertige Endkappe

Endkappe

Endkappe

 

Neue Lederteile

Die Lederteile bestehen aus 4mm Blankleder mit einem dünnen Ziegenleder als Innefutter.

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Brünierung und Montage

Nach den letzten fehlgeschlagenen Brünierungen habe ich einige Versuche gefahren.

Das Ergebnis ist folgendes. Zum Brünieren nehme ich Leinöl in dem ich 1/20 Teil Schwefel bei 150°C löse (Achtung Thermometer nutzen!!! Leinöl neigt zur Entzündung).

Brünieröl

Brünieröl

Alle Teile werden Feuerbrüniert mit einem Propanbrenner. Die Eigentliche Brünierung passiert bei ca. 300°C. Dabei muss man aufpassen nicht deutlich heißer zu werden weil dann die schöne Beschichtung in Zunder verwandelt wird.

Alle Teile müssen Sauber, Rost/Oxydfrei und endöld sein.

Zuerst die Teile leicht anwärmen (Achtung nicht heißer als 100°-150°. Und sollten sich Anlauffarben bilden muss diese wieder runter geschliffen werden)

Bauteil anwärmen

Bauteil anwärmen

Danach wird das Ölgemisch vorsichtig und dünn aufgetragen. Es sollten sich keine Tropfen oder Schlieren auf der Oberfläche bilden. Jetzt wird es wieder langsam in der Flamme erhitzt. Zuerst tritt eine Bräunung des Teiles ein.

Bräunung

Bräunung

Und sobald das Öl sich einbrennt fängt alles an stark zu rauchen. Das Brünieren ist abgeschlossen sobald das Rauchen aufgehört hat.

Der ganze vorgang kann so lange wiederholt werden bis alles schön schwarz ist.

Rauch

Rauch

 

Jetzt montiere ich alle Teile Zusammen und bin bereit für die Polsterung.

 

Polsterung

Das Helmpolster habe ich aus Leinen genäht. Die Aussenseiten aus starkem Segeltuch mit zwei Lagen Leinenfüllung. Oben werden die Flügel mit einer Nestelschnur zusammen gebunden.

Dann vernähe ich das Polster mit dem Lederstreifen. Hierzu steche ich ca. im 1cm Abstand Löcher mit der Ahle durch Lederstreifen und Polster und vernähe dann im Umwendestich mit gewachsten Sattlergarn.

Hier das fertige Polster.

 

Leider ist mir nach dem Einnähen des Polsters aufgefallen das ich den Kinnriemen falsch positioniert habe.

Er sitzt zu weit vorne wodurch der Helm bei der kleinsten Bewegung nach vorne ins Gesicht kippt.

Also zerlege ich das Futter nochmal und verniete die Riemen neu mit zwei brünierten Linsenkopfnieten (damit der dicke Kopf einer Rundkopfniete dem Aventail nicht im Weg ist

 

 

Aventail

 

Das Aventail beginne ich mit dem Lederstreifen der auf die Verveilles geschoben wird. Den mache ich aus 4mm Kernleder.

Zuerst markiere ich mir auf der Rückseite des Lederstreifens alle Löcher und steche dann die Ecken mit der Ahle durch damit ich auf der Vorderseite die Löcher als Leitlinien habe.

Dann stanze ich mit der Lochzange (6mm) die Ecken der Rechtecklöcher nach und schneide die Vierecklöcher dann mit dem Xacto Messer aus.

Diese groben Löcher glätte ich dann mit einer Schlüsselfeile was bei Leder immer eine riesen Schweinerei ist.

Jetzt färbe ich den fertigen Streifen mit Lederfarbe.

Anschliessend wachse ich das Leder noch und poliere die Kanten mit einem Polierholz und fertig ist der Lederstreifen.

 

…..wird fortgesetzt

2 comments on “Kalotta Restaurierung – offen

  1. traumschmiede
    October 9, 2016

    Sieht gut aus.
    Brünieren würde mich auch noch mal interessieren.
    Stink das brünieren sehr?

    Bastel gerade aber andere Projekte.
    Helmbrünierung kommt aber gerade sehr für ein aktuelles Bastelprojekt in Frage-
    https://traumschmiede.wordpress.com/2016/10/09/brigantine-voll-ruestung-idee-teil-1/

  2. nilsmandel
    October 9, 2016

    Hi, vielen Dank.

    Ja es stinkt leider sehr. Bei normalen Sonnenblumenöl ist es ein starker Friteusen-Geruch. Bei dem hier verwendeten Leinöl-Schwefelmix ist es ein schlimmer Geruch nach altem Fisch aus der Hölle.

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This entry was posted on September 15, 2016 by in Fantasy Projekte and tagged , , , , , , .

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